Buchtipps für September

Die lange Nacht der Metamorphose. Über die Gentrifizierung der Kultur von Guillaume Paoli:

 Unter Gentrifizierung versteht man folgenden Prozess: Die Veränderung eines verlassenen, maroden Stadtviertels durch Abriss, Neubau und das Einziehen von Einwohnern, die finanziell gut herangekommen sind. Guillaume Paoli erweitert die Idee der Gentrifizierung und wendet sie im Bereich der Kultur an. Er nennt diese Erneuerung in seiner Hypothese „Mutation“, aber diesmal nicht im Sinne einer natürlichen Anpassung des Menschen zu der Umwelt, sondern einer unnatürlichen Anpassung der Umwelt an den Menschen. Dabei geht er aber weit über die Idee der Gentrifizierung aus und beschreibt die heutige Welt in nüchterner, historischbezogener Weise, ohne „den guten alten Zeiten“ nachzutrauern – ganz im Gegenteil.

Nachdem man Die lange Nacht der Metamorphose liest, spürt man seinen Nachklang, auch wenn man in seinen routinierten Alltag zurückkehrt – weil es sich eben mit so vielen Begebenheiten auseinandersetzt, die uns alle direkt betreffen.

Die lange Nacht der Metamorphose. Über die Gentrifizierung der Kultur von Guillaume Paoli ist 2017 in Berlin im Matthes & Seitz Verlag erschienen und kann aus unserer Bibliothek ausgeliehen werden.

School of the Dead. Band 4 – Mein Leben mit Moorleichen und Schokopudding von Christian Tielmann und Zapf:

Es ist nicht genug, dass Max zu einer Schule geht, wo die Lehrer und auch einige Schüler Zombies in Menschengestalt sind. Nein, diesmal geht es sogar weiter: Der Klassenlehrer organisiert eine Klassenfahrt! Eine Klassenfahrt an sich sollte keine schlechte Sache sein, aber nicht Vergessen: Herr Bockmann, der Klassenlehrer, ist ein Zombie!

Wie die Hölle losbricht und Max’ Horrorstory weiterläuft, kann man in dem kreativ illustrierten Buch von Tielmann und Zapf weiterlesen.

Für School of the Dead-Fans haben wir besonders gute Nachrichten! Die Autoren, Christian Tielmann und Zapf, werden am 19. September in Temeswar vorlesen und live illustrieren! Das Deutsche Kulturzentrum Temeswar lädt euch am Mittwoch, den 19. September, um 18.30 Uhr in die Buchhandlung La Două Bufnițe zu einer mitreißenden Zombie-Lesung ein! Die Lesung wird zweisprachig sein, was heißt, dass auch eine rumänische Übersetzung des Textes abwechselnd vorgelesen wird. Der Eintritt ist frei Dank unserer Partner La Două Bufnițe und das Goethe-Institut Bukarest.

School of the Dead. Band 4 – Mein Leben mit Moorleichen und Schokopudding von Christian Tielmann und Zapf ist 2018 in Hamburg im Carlsen Verlag erschienen und ist aus unserer Bibliothek zum Ausleihen erhältlich.

Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen von Gudrun Pausewang:

Immer wenigere Leute stellen sich heutzutage die Frage: Wie war es damals, im Zweiten Weltkrieg? Wie sah das Leben damals in Deutschland aus? Was von damals blieb, wurde inzwischen zur Weltgeschichte. Der Holocaust wirft auch heute seinen gespenstischen Schatten über Deutschland. Dennoch wird vieles vergessen oder ausgelassen. Fast nirgends findet man, wie der Alltag unter einem größenwahnsinnigen Führer ab 1933 aussah – jedenfalls nicht im Detail. Man erfährt schon einiges von Propaganda, von Jugendvereinen oder von der NS-Frauenschaft. Und sicherlich lernt man über Verschleppungen. Wie es aber dazu kam, dass ein ganzes Volk das schweigend akzeptierte, ja auch unterstützte, bleibt für jemanden, der sich nur die Daten ansieht, ein Mysterium.

Damit man vieles besser verstehen kann, braucht man nicht nur aus den Geschichte-Büchern einen Überblick zu bekommen; man muss auch die Geschichten der Zeitzeugen lesen. Gudrun Pausewang liefert durch ihre zwanzig Kurzgeschichten genau das Fehlende.

Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen von Gudrun Pausewang ist 2015 in Frankfurt im S. Fischer Verlag erschienen und kann aus unserer Bibliothek ausgeliehen werden.

Wédora. Staub und Blut von Markus Heitz:

In der Baronie Walfor versucht Liothan, ein gekonnter Räuber, etwas aus dem Haus eines reichen Krämers zu stehlen. Dabei bemerkt er nicht, dass Tomeija, die Ordnungshüterin, ihm beim Einbrechen gefolgt ist. Liothan entdeckt im Haus äußerst ungewöhnliche Sachen: Karten von einer unbekannten Stadt; merkwürdige Gläser, die mit Sand, Knochen und Asche gefüllt sind. Liothan findet auch eine Rüstung und Waffen einer Art, die er noch nie gesehen hatte. Die Form der Waffen aber passte zu dem, was bei den letzten Morden in Walfor verwendet wurde.

In Wédora enthüllt sich eine faszinierende Welt, die von einem unsichtbaren Herrscher geführt wird. Gefahren lauern um jede Ecke; für Gestrandete wie Liothan und Tomeija ist das Überleben in der fremden Stadt mit einer Million Einwohnern eine wahre Herausforderung.

Wédora. Staub und Blut von Markus Heitz ist 2017 in München im Knaur Verlag erschienen und ist aus unserer Bibliothek zum Ausleihen erhältlich.

Für die vollständige Buchtipps können Sie jeden Mittwoch zwischen 13.00 – 14.00 Uhr (auf 630 Khz MW) und zwischen 19.00 – 20.00 Uhr (auf 105,9 Mhz UKW) oder auf livestream die deutsche Sendung des Radio Temeswar hören. Die Sendungen sind jederzeit online abrufbar.