Das Festival für performative Künste Temeswar 2016

Im Zeitraum 5.-6. November wird in Temeswar die zweite Ausgabe des Festivals für Performative Künste stattfinden, an vier verschiedenen Orten in der Stadt: am Ungarischen Staatstheater “Csiky Gergely”, am Deutschen Staatstheater Temeswar, im Dachgeschoss der Fakultät für Kunst und Design und im „Ambasada“.

Dieses Jahr bringt das Festival für Performative Künste Temeswar Künstlerinnen und Künstler des zeitgenössischen Tanzes aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Rumänien zusammen.

Eine Performance, zwei zeitgenössische Tanz-Shows, eine Video-Installation, ein Film und ein Konzert sind einige der Formate, die man im Programm des Festivals für Performative Künste Temeswar finden kann.

Die Performance „Fugen“ der Tänzerin und Choreographin Isabell Schad ist eine autobiographische Arbeit, in welcher der Körper exemplarisch die Konstruktion des Individuums als Teil von Systemen, aufzeigt, denen er nicht entkommen kann. „School of Moon“ ist ein Projekt, in dem Eric Minh Cuong Castaing zwei Tänzer, acht Balletttänzerinnen mit sechs Robotern und über 20 Kindern aus dem Ion-Vidu-Musiklyzeum konfrontiert. Gemeinsam bilden die Kinder, Erwachsenen und Roboter in einer scheinbar schwerelosen, hell erleuchteten Mondlandschaft eine futuristische Gemeinschaft. “Kurz gesagt“  von Olga Török, nach einem Konzept von Silvia & Olga Török, ist eine neue Produktion für das Festival für Performative Künste – eine Kommunikationsübung mit „dem Anderen“ in einem performativen Element. Unter den Kritiken zum Konzert „Fluid“ – ein „queer act“ aus Bukarest, war zu lesen: „Sie werden lachen, Sie werden weinen, Sie werden tanzen, sie werden sich wünschen, bessere Unterwäsche angezogen zu haben“.

In dem Programm des Festivals wird auch Jorge Leóns Film „Before we go” präsentiert. Auf eine unerwartete Weise, physisch wie lyrisch, lüftet „Before We Go” den Schleier eines Tabuthemas – das Ende des Lebens – indem er alle Künste in einer wahren Hommage an das Leben und die menschliche Zerbrechlichkeit vereint.

Und nicht zuletzt kann man am Samstag und am Sonntag im Dachgeschoss der Fakultät für Kunst und Design die Video-Installation von Arkati Zaides besuchen. Die Video-Installation „Capture-Practice“ ist eine künstlerische Erforschung des Konfliktes zwischen Israel und Palästina und besteht aus zwei synchronisierten Videokanälen an zwei niedrigen Wänden, sodass ein intimer architektonischer Raum geschaffen wird.

Das Festival für Performative Künste Temeswar wird vom Deutschen Kulturzentrum Temeswar und der Stadt Temeswar veranstaltet, mit der Unterstützung des Französischen Instituts und des Nationalen Performance Netzes Deutschland. Es wurde letztes Jahr initiiert und unterstützt die Titulatur Temeswars als die Europäische Kulturhauptstadt 2021.

Kurator: Ciprian Marinescu

©Arkadi Zaides
©Arkadi Zaides
©Marc Da Cunha Lopes
©Marc Da Cunha Lopes