Konzert Bonnage Horreur

Bonnage Horreur

Bonnage Horreur macht lebendiges Kino. Wenn Benjamin Schiemer (Gitarre, Sitar) und Bernd Ammann (Kontrabass, E-Bass) drauf losjammen, schwingt S.R. Ayers den Filzstift wie ein Virtuose. In Echtzeit entsteht eine Geschichte, die jedem, der auf der anderen Seite der Bühne steht, eigen ist. Es wird lustig, es wird schauerlich – das Trio spielt mit Emotionen und bleibt bewusst vage, damit das Publikum die Zusammenhänge selbst erahnt. Echte Kunst schafft nicht mehr und nicht weniger.

Am Dienstag, den 19. April 2016, spielt das Trio im Ambasada ab 20 Uhr. Bonnage Horreur tritt im Rahmen der Veranstaltungswoche Cafékultour auf.

Planlos gehen die zwei Musiker und der Comic-Zeichner selten vor. Es wird zwar viel auf Improvisation gesetzt, aber vor den Konzerten suchen sich die drei Themen aus und bestimmen eine grobe Struktur, um so einem roten Faden folgen zu können, selbst wenn sie oft davon abzweigen. „In der Regel ist es sehr abstrakt“, sagt S.R. Ayers. „Es geht mehr um ein Gefühl, das wir durch die Bilder und die Musik vermitteln wollen.“

Vor zehn Jahren lernten sich Ayers und Schiemer in Indien kennen. „Ich war Comiczeichner, Benny – Musiker“, so der Amerikaner. „Und ich wünschte mir einen Soundtrack für meine Comics, während er sich nichts Spannenderes vorstellen konnte, als Bilder zu seiner Musik zu haben. Und wir dachten uns – was für ein Glücksfall!“ Es gingen aber noch einige Jahre ins Land, bis Ayers, Schiemer und Ammann zusammenkamen und Bonnage Horreur gründeten. „Wir sind schon lange Freunde und als die Idee aufkam, diese Gruppe zu gründen, wollten wir es einfach halten. Wir bringen Musik und Bilder zusammen. Und es hat super geklappt.“

Die Live-Musik und die Live-Zeichnungen, die auf einem Overhead-Projektor wiedergegeben werden, passen in kein Genre rein. Die Klänge der Sitar, eine indische Langhalslaute, erinnern an den fernen Osten, der Kontrabass an guten, alten Jazz, somit ist die Musik sehr vielschichtig. Und auch S.R. Ayers bleibt seinen Comic-Wurzeln zwar treu, wird aber auch sehr abstrakt in seinen Zeichnungen. Das Zwischenspiel während den Konzerten bestimmt den Stil. Die Lieder klingen selten gleich, weil sie verschiedene Bausteine immer wieder anders zusammenwürfeln, je nachdem was Ayers zeichnet oder in welchem Tempo. Umgekehrt verhält es sich genauso. Es ist ein konstanter Dialog.

Die Veranstaltung wird vom Österreich-Lektorat an der West-Universität Temeswar mit Unterstützung des österreichischen Kulturforums Bukarest organisiert. Der Eintritt ist frei.

Cafekultour 2016