„Sexappeal și Sarajevo“ – seară muzicală

Zum Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren bereitet das Deutsche Kulturzentrum in diesem Jahr eine Reihe von Veranstaltungen vor. Zum Start dieser Reihe möchten wir zu einem Musikabend mit dem Titel “Sexappeal und Sarajevo” einladen. Lieder und Texte aus den 20er Jahren werden von Christian Bormann (Gesang) und Valentina Peetz (Klavier) vorgeführt. Die Veranstaltung findet am 12. Oktober 2014 um 18 Uhr im Studiosaal im Haus der Künste statt (A. Pacha-Str. Nr. 8). Unterstützt wird die Veranstaltung von der Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, Dr. Swantje Volkmann.

sarajevoFrüher das waren einmal Zeiten – Deutsche Schlager der 20er – Jahre, eine verrückte Revue

Als im Sommer 1914 im serbischen Sarajewo das österreichische Thronfolgerpaar erschossen wurde, ahnten wohl nur wenige die schrecklichen Konsequenzen des daraus folgenden Ersten Weltkrieges. Vier Jahre und 15 Millionen Tote später schwiegen die Waffen, die Welt von gestern lag in Blut und Trümmern und Deutschland, Russland und Österreich – Ungarn waren ohne Kaiser und Könige.

Bei den Friedenschlüssen von Versailles und Trianon wurden in den Grenzen der alten Donaumonarchie ganze Länder nahezu willkürlich neu installiert und bargen so Zündstoff für neue Konflikte. Es entstanden ua. ein neues Polen, die Tschechoslowakei, das spätere Jugoslawien. Das ehemals ungarische Banat mit seiner „Metropole“ Temesvár erfuhr 1920 eine politische Zuordnung  zum großrumänischen Königreich.

Klein – Wien, wie das nunmehrige Timisoara mit seinen Bauten von Barock bis Jugendstil, mit seinen Kaffeehäusern, dem ehemaligen Franz – Joseph – Theater + mit seinen bunten k. u. k. Soldaten ehemals genannt wurde, hatte mit der „großen Schwester“ jetzt höchstens noch einen kulturellen Kontakt: Wien, Wien, nur du allein stimmte nicht mehr. Die später so genannten Goldenen Zwanziger Jahre fanden aber auch in Temeswar statt, ihre Musik und die zweideutigen Schlager kamen aus Bukarest, Budapest, Amerika und Berlin. Charleston, Quickstep, Black Bottom  wurden aber auch von Banater Komponisten geschrieben + ein sogar ein hörenswerter Foxtrott als Werbemelodie für die Temeswarer Schokoladenfabrik KANDIA.

Man tanzte überall: im Trompeter, im Royal, im Lloyds, im Palace, im Délvideki Kazinó, im Goldenen Löwen am Georgsplatz, im Englischen Kaffeehaus – in allen Hotelbars und vornehmen Etablissements der Stadt. Unter den Pinien von Argentinien, in den Armen des Schönen Gigolo wünschte man sich nichts sehnlicher als: Ich hätt so gerne Sexappeal.  Ein Tanz bereits wieder auf dem Vulkan und über einem noch tieferen Abgrund als 1918, aber – das wusste in den Zwanzigern niemand.